Kennst du das auch? Gestern war noch alles in Ordnung – heute könntest du einfach nur Losheulen.

Nach über 1 Jahr Einschränkungen durch Covid-19 trifft es mehr und mehr Menschen. Ein Grund liegt sicher darin, dass uns Ablenkung fehlt, welche sonst hilft unangenehmen Gefühle zu verdrängen. Gefühle, die schon mehr oder weniger lange in uns brodeln und darauf warten an die Oberfläche zu drängen. Jetzt ist es so weit, der Vulkan explodiert und die Gefühle fließen aus uns wie kochende Lava.

Wir werden wütend, sind gereizt und zweifeln an unserem Selbstwert. Glaub mir, mit diesen Gefühlen bist du nicht allein. Momentan erhalte ich fast täglich Anrufe von Klienten und Freunden, die das Gefühl haben, in ein tiefes Loch gefallen zu sein.  SOS Katrin – Bitte hilf mir.

In diesem Artikel erfährst du 6 Tipps, mit denen du dir schnell selber helfen kannst.

 

 

Wo kommen diese Gefühle her? Warum stecke ich in dieser emotionalen Talfahrt?

Eine 38-jährige Mutter fühlt sich gerade schrecklich. Sie saß vor einigen Tagen bei mir im Coaching und sagte: „Ich fühle mich so schlecht und elendig, weil ich meine 4-jährige Tochter gerade nicht gut behandle. Ich verliere schnell die Geduld und werde wütend und sehr laut zu ihr. Ich weiß schon gar nicht mehr, was ich tun soll.“

Eine andere Mutter mit einem 4-jährigen Kind und einem weiteren mit 9 Monaten, funkt mir ihr verzweifeltes SOS. Reißt ihr Geduldsfaden, brüllt sie ihren 4-jährigen Sohn an – und das immer häufiger. Manchmal greift sie sogar fester zu – Das schlechte Gewissen darüber lässt sie nachts nicht einschlafen.

Nicht nur Mütter sind überfordert mit ihrem Gefühlschaos. Eine weitere Klientin, berichtete mir im Rahmen unseres Online-Coachings, dass sie sich komplett inkompetent fühle, dass sie das Gefühl habe, nichts richtigzumachen. Ihre Erfolge beweisen das Gegenteil, doch all das empfindet sie gerade gar nicht.

Alle diese Frauen haben Ängste entwickelt. Die Angst keine gute Mutter zu sein, die Angst nicht liefern zu können, nicht gut genug zu sein, oder es nicht zu schaffen. Sie geraten in ein Gedanken-Karussell, dass sich endlos dreht und aus dem sie nicht herausfinden.

Dahinter stehen Gefühle wie Wut, Gereiztheit, Traurigkeit und fehlender Selbstwert.

 

Selbstwert und Selbstliebe scheinen wie vom Erdboden verschluckt – Warum nur?

Einige Menschen lenken sich ihr Leben lang ab, indem sie ganz viele Unternehmungen durchführen, in ihrer Freizeit viel Sport treiben, viel shoppen gehen und eine ganze Reihe von oberflächlichen Beziehungen pflegen oder auch viel Arbeiten. Die Hauptsache ist, sich nicht mit sich selbst zu beschäftigen. Das passiert häufig im Unterbewusstsein und wird einem erst in solchen Zeiten wie diesen bewusst.

Im Moment fehlt die Ablenkung. Das Leben, die eigene Lebenssituation, das private und berufliche Umfeld, alles wird gerade infrage gestellt. Das Wegschauen funktioniert nur noch bedingt. Die einen spüren eine tiefe Einsamkeit, die anderen werden unsicher und sehr emotional.

Dein Leben fordert Dich zu einer Bestandsaufnahme auf!

Positiv betrachtet, will Dein Leben Dich auffordern eine Bestandsaufnahme zu machen. Sei mutig und schau Dir an, was sich Dir da zeigen will.

Mit diesen 6 SOS -Tipps kannst du deine Gefühlslage schnell verbessern

Das was wir von uns denken, wie wir Situationen, Dinge und gesagtes meinen verstanden zu haben, sind oft nur Gedanken und gedankliche Interpretationen. Interpretationen, die mit der Realität nicht wirklich etwas zu haben.

Wann immer Du ein belastendes Gefühl in Dir wahrnimmst – alles, von leichtem Unbehagen bis zu intensiver Trauer, Wut oder Verzweiflung, so kannst Du sicher sein, dass ein bestimmter Gedanke Deine Reaktion verursacht hat. Ob Du Dir dessen nun bewusst bist oder auch nicht. Um diesen Stress zu beenden, ist es gut, dass Denken zu untersuchen, das dahintersteht und das kannst Du selbst machen.

Tipp #1: Überprüfe deine Gedanken mit „The Work.“

Beispiel:

„Ich bin nicht liebenswert genug.“

  1. Ist dieser Gedanke wahr? (Ja oder nein)

Wenn die Antwort NEIN ist, gehe zu 3. Weiter.

  1. Kannst Du 100 % sicher sein, dass der Gedanke wahr ist?
  2. Wie reagierst Du, wenn Du diesen Gedanken denkst?  Was macht dieser Gedanke mit Dir?
  1. Wer wärst Du ohne diesen Gedanken?

© Byron Katie

Tipp #2: Besser einschlafen mit der Gummiband-Methode

Du schaffst es nicht? Deine Gedanken kreisen immerzu und lassen dich nicht einschlafen?

Binde Dir ein Gummiband um Dein Handgelenk und zupfe daran. So fokussierst Du Dich auf den kurzen Schmerz und kommst von Deinen ursprünglichen Gedanken weg.

 

Tipp #3: Beende deinen Tag mit einem Positiven Tagesrückblick

Schreibe Dir mindestens eine Woche lang täglich diese zwei Dinge auf:

  • Was war heute schön / positiv oder was ist heute gut gelaufen? Das führt dazu, dass Du Deine positiven Gefühle stärkst und Deine inneren Ressourcen aktivierst.
  • Was habe ich dazu beigetragen? Das wirkt sich wiederum positiv auf das Erleben der Selbstwirksamkeit aus.

Wenn Dir diese Übung guttut, führe sie über einige Wochen durch.

 

Tipp #4: Wechsle bewusst deine Perspektive

Wenn Du zu sehr in Misserfolgen statt in Erfolgen denkst, leidet Dein Selbstwertgefühl und Du wirst Dich als wenig wirksam/gut erleben. Somit finden positive Gedanken wenig Nährboden. Nach dem Motto „Rechne mit dem schlimmsten und Du wirst nicht enttäuscht.“ Dieser Satz hat sicherlich eine gewisse Schutzfunktion, doch lässt er wenig Freiraum für die persönliche Entwicklung.

Hier lohnt sich ein Perspektivwechsel mit der Frage: „Wie könnte ich es möglicherweise noch sehen?“

Entlarve Deine negativen Sätze über Dich selbst und finde eine positive Denkweise.

 

Tipp #5: Lerne aus deinen Positiven Erfahrungen-Ressourcenaufbau

Reflektiere Deine eigenen positiven Erfahrungen aus Deiner Vergangenheit und übertrage sie auf andere Bereiche in Deinem Leben. Somit nutzt Du Deine eigenen Erfolgserlebnisse, um zu erkennen „Das habe ich schon einmal geschafft!“

Dann kannst Du mit Zuversicht an neue Themen und auch Deiner Arbeit gestärkt herangehen. Nebenbei stärkt es Dein Selbstwertgefühl und somit auch Deine Frustrationstoleranz.

Du kannst das noch weiter vertiefen, in dem Du Dir klar darüber wirst:

  • Was genau ist mir gut gelungen?
  • Wie habe ich die Situation gut bewältigt?
  • Welche meiner Fähigkeiten habe ich dafür eingesetzt?

Tipp #6: Wofür bist du Dankbar

Erstelle Dir eine Dankbarkeit-Liste. Schreibe auf, wofür und worüber Du sehr dankbar in Deinem Leben bist. Sobald Du negative Gedanken bekommst, lenkst Du Deine Gedanken auf Deine Dankbarkeit-Liste.

 

Fazit:

Versuche nicht länger deine Gefühle zu verdrängen oder herauszufinden, wie Du Dein Selbstwertgefühl, Deine Selbstliebe durch Dinge von außen steigern kannst. Höre auf Deine Gefühle zu betäuben. Langfristig gibt es nichts, was Du kaufen, essen oder trinken kannst, damit Du Dich besser fühlst. Von allein wird sich nichts ändern. Du bist für Dein Leben selbst verantwortlich.

Stattdessen schau in Dich hinein, hier liegt Deine Kraft. Wichtig ist, dass Du Dich deiner unangenehmen Gefühle und Gedanken annimmst und sie auflöst.

Halten Deine unangenehmen Emotionen und Gedanken über eine lange Zeit an, so solltest Du Dir von einem Coach oder einem Therapeuten Hilfe holen. Das ist total in Ordnung und Du wirst dankbar dafür sein. 

Es gibt eine Vielzahl von guten Methoden, die du lernen kannst, um Dich zukünftig in Stresssituationen selbst zu regulieren. Mit diesen Methoden wirst Du Deine Gedanken, Emotionen und Impulse und die daraus folgenden Handlungen besser steuern und beeinflussen können.

 

Melde dich gerne, wenn du Fragen hast

Katrin Schiller

Katrin Schiller, ist Expertin auf meiner Plattform und arbeitet als Coach und Heilpraktikerin für Psychotherapie in Ludwigsburg. Insbesondere durch ihre Methoden „Walk in your shoes“ und EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing), ist es ihr möglich, Klienten schnelle, heilende Unterstützung zu bieten. Sie ist empathisch, strukturiert und sympathisch. Katrin Schiller arbeitet On-, wie Offline.

KONTAKT:  info@sinnfolger.de

TELEFON: 07141 911 7773

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